Was versteht man unter Kunstleder?
Der Wunsch nach einer robusten und bezahlbaren Alternative zu echtem Leder ist nicht neu. Bereits vor über 200 Jahren experimentierte man mit lederähnlichen Materialien. Häufig wurden geölte oder lackierte Stoffe verwendet, welche aber weder besonders haltbar noch wirklich lederähnlich waren.
Mit der Verwendung von Kunststoffen wie PVC gelang es Mitte des 20. Jahrhunderts schließlich, lederähnliche Materialien industriell herzustellen. Das heute bekannte Kunstleder war geboren.
Im Kern handelt es sich um einen mehrschichtigen Werkstoff: Eine textile Basis aus Natur- oder Kunstfasern wird mit einer Kunststoffoberfläche kombiniert, meist auf Polyurethan- oder PVC-Basis. Diese Konstruktion macht es gleichzeitig formstabil, pflegeleicht und vielseitig einsetzbar. Zudem können durch weitere Verarbeitungsschritte verschiedenste Optiken und Haptiken nachempfunden werden.
Wo kommt Kunstleder zum Einsatz?
Dank seiner weichen Haptik und hohen Anpassungsfähigkeit wird Kunstleder häufig als Bezugsmaterial genutzt – insbesondere für Sitz- und Liegemöbel. Es findet sich unter anderem an:
- Sesseln, Sofas und Sitzbänken
- Möbeln in Wartezonen, Büros und öffentlichen Einrichtungen
- Anwendungen in Fahrzeugen wie Auto, Boot oder Flugzeug
- medizinischen Möbeln wie Behandlungsstühlen oder Untersuchungsliegen
Ein großer Vorteil: Farben, Oberflächen und Muster sind nahezu frei wählbar. Neben klassischen Tönen sind auch Metallic-Optiken, kräftige Farben oder individuelle Prägungen realisierbar. Dadurch eröffnet Kunstleder deutlich mehr gestalterischen Spielraum als natürlich gewachsenes Leder.
Aufbau und Varianten von Kunstleder
Unabhängig von der konkreten Ausführung werden synthetische Leder als gleichmäßige Meterware produziert. Auf eine Trägerlage folgen eine oder mehrere Kunststoffschichten, die anschließend geprägt und veredelt werden.
Durch moderne Prägetechniken entstehen Oberflächen, die echtem Leder optisch und haptisch sehr nahekommen – von klassischen Narbungen bis hin zu bewusst technischen oder textilen Designs. Eine zusätzliche Finish-Schicht schützt das Material vor Abnutzung, Licht und alltäglichen Belastungen. Je nach Einsatzzweck gibt es dünnere oder stärker gepolsterte Ausführungen.
Kunstleder oder Echtleder?
Echtleder blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück und wird aus Tierhäuten in aufwendigen Verarbeitungsprozessen gewonnen. Kunstleder verfolgt einen anderen Ansatz: Es wird industriell gefertigt und ist in gleichbleibender Qualität verfügbar.
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Während Naturleder in Struktur und Eigenschaften variiert, lässt sich Kunstleder gezielt an Anforderungen anpassen – etwa in Bezug auf Festigkeit, Optik, Elastizität oder Pflegeverhalten. Ebenso kann es gezielt für spezielle Einsatzgebiete weiterentwickelt werden, z.B. für das Erfüllen von Brandschutznormen in öffentlichen Gebäuden. Das macht es besonders attraktiv für Serienfertigung und gewerbliche Anwendungen.
Qualität und Nachhaltigkeit moderner Kunstleder
Zeitgemäße Kunstleder haben mit den einfachen Imitaten früherer Jahrzehnte wenig gemeinsam. Sie überzeugen durch eine hochwertige Anmutung, angenehme Haptik und hohe technische Leistungsfähigkeit.
Auch im Bereich Nachhaltigkeit hat sich viel getan: Heute existieren Varianten mit biobasierten Bestandteilen, recycelbaren Materialien oder Recyclinganteilen, etwa aus PET-Flaschen. Damit erfüllen moderne Kunstleder wichtige Kriterien für langlebige und verantwortungsbewusste Produktkonzepte.
Wie widerstandsfähig ist Kunstleder?
Im Vergleich zu natürlichem Leder reagieren Kunstleder deutlich unempfindlicher auf äußere Einflüsse. Feuchtigkeit, UV-Strahlung oder mechanische Beanspruchung führen nicht so schnell zu Verfärbungen, Rissen oder Flecken. Bei normaler Nutzung behalten hochwertige Kunstleder lange ihr gepflegtes und gleichbleibendes Erscheinungsbild.
Für stark beanspruchte Bereiche – etwa Gastronomie, Hotellerie oder Mobilität – kommen zusätzlich versiegelte Oberflächen zum Einsatz, die selbst hartnäckigen Verschmutzungen standhalten.
Verarbeitung und Handhabung
Ein weiterer Pluspunkt ist die einfache Verarbeitung. Kunstleder wird in Rollen geliefert, lässt sich platzsparend lagern und effizient zuschneiden. Schneiden, Nähen, Kleben oder Spannen sind problemlos möglich, auch über Rundungen und Kanten hinweg.
Durch die gleichmäßige Materialqualität entsteht weniger Verschnitt als bei Naturleder – ein klarer Vorteil für Handwerk und Industrie.
Wie pflege und reinige ich Kunstleder?
Kunstleder gilt als besonders pflegeleicht. Für die regelmäßige Reinigung reicht meist ein feuchtes Tuch mit milder Seifenlösung. Bei stärkeren Verschmutzungen kann vorsichtig mit einer weichen Bürste nachgeholfen werden.
Da das Material nicht offenporig ist, lassen sich viele Flecken schnell entfernen – ein klarer Vorteil gegenüber echtem Leder, vor allem in stark frequentierten Bereichen.
Einige Kollektionen von Skai Continental verfügen seit Neuestem über eine zusätzliche Lackschicht, genannt „staynu“. Diese lässt sich sogar mit Alkohol reinigen und verspricht nahezu grenzenlose Widerstandsfähigkeit gegen Schmutz.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick
- • frei von tierischen Bestandteilen und damit vegan
- • gleichbleibende Qualität über jede Rolle hinweg
- • große Gestaltungsfreiheit bei Farben und Oberflächen
- • optisch und haptisch kaum noch von Echtleder zu unterscheiden
- • sehr robust und pflegeleicht
- • langlebig und zunehmend mit nachhaltigen Materialkonzepten verfügbar